Betreff: Re: Doctor Who
Gerade mit Staffel 8 durch. Erst mal zum Positiven - und das ist wohl auch gleich die Hauptsache: die Hauptfigur. Den neuen, etwas härteren Doktor finde ich generell schon sehr gelungen und von Capaldi auch gut gespielt (was ich nach seiner eher klischeehaft gespielten Rolle in der Pompeji-Folge nicht automatisch gedacht hätte). Das führt zu einigen schönen Charakter-Momenten und vor allem viel dramatischem Konflikt zwischen ihm und Clara. So war die Staffel immer dann am stärksten, wenn es zwischen den beiden richtig geknallt hat (zum Beispiel zum Ende von Kill the Moon).
Storytechnisch war das ansonsten aber bei weitem nicht die stärkste Staffel. In den Einzelfolgen gab es einfach zu viel Schatten neben dem ganzen Licht. Die Einführung von Danny Pink war prinzipiell gut, aber mit Claras "neuem" Leben konnte ich mich nur bedingt anfreunden. Zumal die Einbindung der Kinder von Claras Schule schon ein Griff in die erzählerische Mottenkiste war. Ok, der Doktor ist zu einem guten Stück auch Kinderstunde, hatte das bislang aber trotzdem nicht nötig. Paradoxerweise zähle ich die Folge Der Hausmeister aufgrund des Humor-Anteils zu den gelungeneren Folgen. Genauso wie die Robin Hood-Folge mit Tom "da Vinci" Riley. Gleichzeitig gab´s aber auch eine Menge Kitsch. Negativer Höhepunkt: In the Forest of the Night mit verquaster Öko-Botschaft und extrem gefühligem Finale. Keine Ahnung, an wem das lag - Moffat? - aber da wurde in manchen Folgen schon ganz schön dick aufgetragen.
Eingeschränkt gelungen fand ich auch den übergreifenden Handlungsbogen mit Missy. Die Auflösung war enttäuschend, da wäre mehr drin gewesen. Mag aber auch daran liegen, dass ich die Erzrivalen des Doktors, also Cybermen und Daleks, immer etwas langweilig finde. Das alles klingt aber negativer, als es letztlich ist: Der Doktor hat Ecken und Kanten bekommen. Das Zusammenspiel mit Clara ist richtig schick. Und in einigen Folgen gab´s dann wieder einen bunten Reigen abgefahrener Ideen (Mummy on the Orient Express).