Komplettes Thema anzeigen 14.04.2016, 20:05
Aldridge Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 13.08.2009
Wohnort: -


Betreff: Re: Die letzte Serie
Star Trek: The Next Generation - Willkommen im Leben nach dem Tode (6X15) - Es gibt da ein paar sehr philosophische Folgen rund um Picard, die das Leben an sich thematisieren: Wie sollte man sich verhalten, welche Haltung nimmt man ein, welche Rolle spielen Entscheidungen, kurz: Was wäre wenn? Das zweite Leben aus der fünften Staffel war so eine Folge und dieser Beitrag aus der sechsten Staffel ist eine weitere. Picard erlebt hier quasi seine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte frei nach Charles Dickens mit Q als seinem Geist der Weihnacht: Picard wird tödlich verletzt, Q empfängt ihn im Jenseits, führt ihn zu einem entscheidenden Punkt in seinen jungen Jahren als Fähnrich zurück und gibt ihm eine Chance, sein Leben zu ändern. Ausgangsbasis für ein paar interessante Gedankenspielereien, aber so richtig gelungen fand ich die Folge nicht. Sie war etwas geschwätzig, sprunghaft und zum Schluss auch gehetzt. Die Zeichnung Picards als jungen, arroganten Heißsporn fand ich nicht unbedingt Charakter-gerecht und die Moral der Geschichte - dass Picard nur aufgrund einer Prügelei seine Entscheidungsfreude bewiesen und in der Folge Karriere machen konnte - auch ein bisschen scheinheilig. Nach dem Motto: Man kommt nur mit Gewalt weiter. Hinzu kommt dann noch die doch sehr altbackene Zeichnung der Sternenflotten-Hierarchien: Riker & Co. wirken gegenüber respekterfüllten Untergebenen doch recht herablassend. Lange Rede, kurzer Sinn: netter Grundgedanke, aber erstaunlich unrund in der Ausführung.