Betreff: Re: Sherlock Holmes (Verfilmungen)
Die Braut des Grauens - ...habe ich nun auch gesehen. Und kann die Kritiken durchaus verstehen. Das größte Problem ist wohl: Der eigentliche Fall tritt irgendwann - mal wieder - in den Hintergrund. Und die Episode wird zum Spiel mit dem eigenen Mythos und wechselt damit gewissermaßen auf eine Meta-Ebene. Zum einen sollte sie wohl zeigen, wie eine vorlagengetreue Umsetzung im alten London ausgesehen hätte. Zum anderen spielt sie mit denen eigenen Erwählweisen, die in den Geschichten von Watson wieder aufgenommen werden. Dabei gibt´s dann noch ein paar Verweise auf Motive aus den Originalgeschichten bis hin zur Szene an den Reichenbachfällen. So weit, so hübsch anzuschauen, aber auch verspielt und intellektuell überhöht. Als wenn das dann noch nicht gereicht hätte, wird die Episode als Intermezzo bezeichnet und muss offensichtlich auch noch die Funktion erfüllen, das Bindeglied zwischen Staffel 2 und Staffel 4 zu schaffen und für die Zuschauer Moriarty noch mal aufleben zu lassen. Einen deutlichen feministischen Subtext gibt´s dann noch als Kirsche obendrauf. Nicht falsch verstehen: Alles toll ausgestattet, alles toll gespielt, über die verschiedenen Erzählebenen kunstvoll verknüpft, natürlich auch ungemein unterhaltsam und sicherlich ein Spaß für den Sherlock Holmes-bewanderten Zuschauer. Bleibt allerdings die Frage: Warum muss die Serie den Weg, den sie mit Staffel 3 beschritten hat, so konsequent fortsetzen und kann sich nicht einfach mal damit begnügen, einen spannenden Fall von Anfang bis Ende zu erzählen?
