Betreff: Re: Die letzte Serie
@Aldridge
Freut mich, dass dir Community so gut gefiel. Staffel 6 setzt dem Ganzen dann noch eine schöne Krone auf. An einen Film glaube ich im Moment aber nicht mehr. Da müsste sich schon so jemand wie Netflix erbarmen. Schön wäre es trotzdem...
Johnathan Banks ist leider nur eine Staffel dabei (Saul called

). Dafür gibt es in der letzten Staffel aber gleich wieder Ersatz in Form von Keith David
Derek (2 Staffeln, 1 Special)
Derek ist ein Endvierziger, der in einem Altenheim in einem Londoner Vorort arbeitet. Die Arbeit und die Bewohner sind sein ganzes Leben. Selbst seine besten Freunde arbeiten (oder lungern) dort. Durch seine naive Art hat er einen ganz besonderen Blick auf das Leben und bringt nicht selten komplizierte Dinge schnell auf den Punkt.
Nach The Office und Life's too short nun die dritte Mockumentary aus der Feder von Ricky Gervais und sicherlich die, die am meisten Kritik einstecken musste. Gervais Darstellung von Derek ist gewöhnungsbedürftig. Es wird nie Thema über welche Defizite Derek verfügt, aber nicht selten wirkt er mehr wie ein Patient und nicht Mitarbeiter. Die Eigenheiten nehmen im Verlauf der Serie allerdings ab. Wahrscheinlich merkte Gervais selber, dass er etwas übers Ziel geschossen war. Auch andere Aspekte wirken anfangs befremdlich. Dereks bester Freund Kevin ist dauerstramm und den ganzen Tag im Heim anwesend. Welche Einrichtung lässt so etwas zu? Eine Frage die nicht wirklich geklärt wird und ebenfalls im Verlauf unwichtig erscheint.
Oft wurde der Serie auch vorgeworfen, dass sie den Zuschauer sehr stark beeinflusst. Besonders emotionale Szenen werden mit so passender Musik unterlegt, dass man den Holzhammer förmlich sehen kann.
Das klingt jetzt alles ziemlich negativ, am Ende bleibt jedoch eine Serie, die unterhält und zum Nachdenken anregt. Auch wenn der Alltag in einem Pflegeheim etwas verklärt dargestellt wird und die besonders schlimmen Aufgaben unter den Tisch fallen, so schafft es Gervais dennoch seinen Figuren Leben einzuhauchen und sie greifbar zu machen. Und wenn die Emotionen mal wieder mit dem Holzhammer kommen, so bietet das Drehbuch doch allerhand Sätze die so simpel sind, aber vom Inhalt so wahr, dass man sich der ein oder anderen Träne nicht schämen braucht.
Gervais ist nicht jedermanns Geschmack, aber er beweist, dass er interessante Figuren schaffen kann und ebenso großartige Dialoge. Da schaut man dann gerne über den ein oder anderen Kritikpunkt hinweg.
https://www.youtube.com/watch?v=Hd5WdxGRNG8