Betreff: Re: Star Wars Episode VII - The Force Awakens
Zitat von Indy2Go:
Spoiler:
Die Figur hat definitiv einige Probleme. Wie gesagt, ich fand den Ausraster passend, aber halt nicht für einen ausgebildeten Jedi. Ein solcher sollte sich beherrschen können. Aber Kylo-Ren war halt auch nicht konsequent, der krasse Überschurke, den man am Anfang gesehen hat. Nicht mal mit 'nem Lichtschwert kann er wirklich umgehen. Ich denke halt wirklich, man brauchte einen bedrohlichen Schurken für Episode VII, wollte aber auch die Entwicklung von eben diesem zeigen. Deswegen hat man irgendwie zu beidem gemacht: Mächtigem Überbösewicht und einem unreifen Jüngling. Da hätte man sich besser einen anderen, älteren, mächtigen Gegner ausdenken können, der Kylo-Ren umworben hat und ihn fertig ausbildet. Der hätte dann in Episode VII sterben und das Lichtschwert an seinen Schüler übergeben können. Dann hätte man nämlich seine Entwicklung (!) vom quengeligen Kind zu Vader 2.0 zeigen können, und hätte ihn nicht Szene für Szene entweder mächtig und bedrohlich, oder kindlich und unkontrolliert darstellen müssen. Damit wäre zwar eine große PT-Parallele da, aber bei so vielen OT-Parallelen geht das schon.
Ich finde, in den entscheidenden Momenten versagt der Film ohnehin ein wenig. In Episode V erfuhr der Zuschauer über Vader, der Luke diese Information gab, dass er sein Vater sei. In Episode VII dagegen, wurde ein Dialog zwischen Leuten, die alle wussten, dass Kylo-Ren Han Solos Sohn ist , so konstruiert, dass dies nochmal zu Wort kommt, nur damit es auch den Zuschauer erreicht. Hätten wir das erfahren, als Han seinen Sohn auf der Brücke ruft, hätte die Szene - zumindest auf mich - eine viel größere Wirkung gehabt, es wäre viel bedeutsamer.
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Absolute Zustimmung. Ok, wir wissen noch nicht, was es mit Snoke auf sich hat. Gibt ja auch einige Gerüchte, die sagen, dass Snoke Darth Plagueis ist. Wäre cool, ändert aber nichts daran, dass er in TFA kaum auftaucht. Da wollte man wohl auch Episode IV und V mit dem Imperator nacheifern. Aber es fehlt eben an einem ordentlichen Bösewicht.
Was den entscheidenden Moment mit Han angeht: Ich finde, man hat die Familiennummer sowieso irgendwie nicht sorgfältig genug umgesetzt. Han und Leia, die sich - wie auch immer - auseinander gelebt haben und noch mal eben ein paar notwendige Info-Fragmente spendiert bekommen, damit man auch ja weiß, dass Sohnemann böse geworden ist. Das ist alles nur so angerissen und wird nicht ordentlich vorbereitet. Aber als große Überraschung wie in Episode V wird es auch nicht präsentiert. Ist weder Fisch noch Fleisch. Aber ok, auch da haben die Massen scheinbar kein Problem...
Apropos nicht sorgfältig vorbereitet: Das ist, finde ich, insgesamt ein großes Problem von TFA: Alle Handlungen folgen so brav aufeinander ohne große Überraschungen oder Aha-Effekte. Das wird schon allein deutlich in der Schlacht um die Burg von Maz. Man sieht die X-Wings schon heranbrausen, die Sturmtruppen sehen sie, überrascht ist irgendwie niemand und dann gibt es eine kleine Schlacht mit Ansage. Oder die Einleitung der Rettungsaktion: Hey, da gibt es eine Überwaffe mit Schutzschild, was machen wir? - Ach, ihr fliegt dahin, schaltet den Schutzschild ab, dann kommt ein Dutzend X-Wings und jagt das Ding in die Luft - und genauso kommt es dann auch. Man vergleiche damit mal das Finale von ROTJ...