Betreff: Re: Star Wars Episode VII - The Force Awakens
So, gerade aus dem Lichtspieltheater zurück:
Spoiler:
Wie zu erwarten war, ist Disney ganz auf Nummer Sicher gegangen. Man hat sich eine Story mit vielen inhaltlichen Parallelen zur Original-Trilogie, insbesondere zu "Eine neue Hoffnung", zusammengebaut, die selbst bei einigen Eigenheiten ähnliche Motive verwendet. Dazu gibt es Hommages über Hommages, die teils funktionieren, teils aber auch nicht. Entscheidende Momente, wurden aber sehr viel belangloser behandelt, als damals, so hat man mal kurz in 'nem Nebensatz eingeworfen, dass Kylo-Ren ja Han Solos Sohnemann ist. Zum Vergleich: Die entsprechende Stelle in der Original-Trilogie, sorgte wohl für das so ziemlich populärste Filmzitat überhaupt. Da war die Prequel-Trilogie sehr (!) viel mutiger und experimentierfreudiger.
Selbst von der Inszenierung bin ich gar nicht mal so begeistert. Der Abrams hat das schon ordentlich gemacht, keine Frage, aber stilistisch hat sich das streckenweise fremd angefühlt. Das klingt jetzt sicherlich absurd, aber beispielsweise das Ende mit Luke fühlte sich für mich eher wie "Der Herr der Ringe" an. Auch etwas gestört haben mich die Großaufnahmen von den Charakteren. Auf dem Wüstenplanet kam das ja ziemlich cool, fühlte sich ein wenig nach Sergio Leone an - diese Großaufnahmen im Kontrast zu den kaputten AT-ATs und Sternenzerstörern, die von sehr weit weg gezeigt wurden. Aber irgendwann hat mich dieses Stilmittel dann genervt.
Überraschenderweise gefiel mir auch die Musik nicht so gut. Abgesehen vom Haupt-Thema, das man recht selten zu hören bekam, gab es mal kurz eine epische Version vom Imperial March, ansonsten aber nur zusammengebrodelte Melodien. Schön orchestralisch, wie fast immer bei John Williams, aber relativ langweilig.
Die First Order fand ich ja recht blöde. Das fühlte sich an, wie ein unfähiger Haufen, angeführt von Darth Vaders unreifem Enkelchen, der sich nicht mal richtig unter Kontrolle hat. Das Konzept von Kylo-Ren scheitert irgendwo auch an der Ausführung. Im Grunde ist der ja nur ein Fanboy von Opi, der unter seiner Maske ein ganz nettes Kerlchen zu sein scheint. Dabei hat Adam Driver gut gespielt, nur hatte er für mich nicht genügend (negative) Ausstrahlung, um in ruhigen Szenen ähnlich zornig rüberzukommen, wie einst Hayden Christensen.
Das klingt jetzt alles so gemein, und das wo ich doch meistens Spaß hatte, aber, ne, so wirklich überzeugt bin ich einfach nicht. Hoffen wir mal das dieser Teaser in Spielfilmlänge Streifen den Grundstein für eine sicherere, experimentierfreudigere Trilogie wird.
Oh, eine Frage noch: Rey ist doch sicher Lukes Tochter, nicht wahr?