Komplettes Thema anzeigen 23.11.2015, 01:27
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Stirb an einem anderen Tag - Ja, kommt einem das nicht wenigstens in Ansätzen bekannt vor? Der gute James wird verraten, gefangen, gefoltert und schaut dabei gar nicht mehr so attraktiv aus der Wäsche. Und dann ist da auch noch die strenge Mama M, die ihrem liebsten Sorgenkind die Lizenz zum Töten und obendrein noch ihre Zuneigung entzieht. Es scheint zumindest so, als hätten die Produzenten rund um Barbara Broccoli bereits zum Ende der Ära Brosnan einen Gentleman-Killer im Sinn gehabt, an dem der Lack blättert und der auch psychologisch gefordert wird. Also quasi das, was in der Ära Craig voll zum Tragen kommen sollte. Doch erschien ihnen der Kurswechsel zum 40. Leinwand-Jubiläum der Doppelnull dann wohl doch zu radikal, und so schickten sie den guten James noch einmal auf altbekannte Pfade durch exotische Kulissen und diverse Betten. Und gerade in der ersten Hälfte wird noch einmal deutlich, wie gut Pierce Brosnan auf die Rolle des Vorzeige-Spions gepasst hat: Beim Abstecher nach Kuba und dem Zwischenstopp in London macht er einfach eine gute Figur und wirkt als James Bond regelrecht... natürlich. Sein größter Gegner sind in diesem Film aber leider keine größenwahnsinnigen Nordkoreaner, sondern zwei Drehbuchautoren und ein Regisseur, mit denen es in der zweiten Hälfte reichlich durchgeht. Die Story ergötzt sich spätestens in Island zu sehr an ihrer Gigantomanie und verliert sich irgendwann zwischen Satelliten-Lasern, Surf-Szenen, überdrehten Auto-Kämpfen und einem zerberstenden Eispalast. Das Finale im ebenfalls zerberstenden Lufttransport wirkt dann nur noch ermüdend. Erschwerend kommt hinzu, dass es zwar eine nette Idee gewesen ist, Bond in seinem 20. Abenteurer mal ein ebenbürtiges Girl an die Seite zu stellen. Jedoch wirkt Halle Berry als Agentin Jinx regelrecht unbeholfen und in keinem Moment glaubhaft. Insofern ist irgendwie verständlich, dass der Film in Bond-Umfragen auf den hinteren Plätzen landet. Aber damit tut man ihm dann doch etwas Unrecht: Der Hauptdarsteller ist großartig, John Cleese als Q war nun auch kein so verkehrter Einfall und die erste Hälfte macht echt Laune. Schade, dass man nicht bei diesem Abenteuer schon etwas mehr Mut bewiesen und Bond back to the roots geschickt hatte...
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 23.11.2015, 01:34 von Aldridge.