Betreff: Re: Der letzte Film
Mad Max II - Der Vollstrecker - Ja, das ist ein Kultfilm. Ja, das hat das Sub-Genre des Endzeitfilms nachhaltig geprägt. Ja, der Film hat eine Menge Action und Gewalt. Und ja, die Sado-Maso-Kostüme der Bösewichte sind schon ganz niedlich. Aber man kann es drehen und wenden, wie man will: Der zweite wilde Max ist letztlich auch nur ein relativ günstiger B-Film mit einem Minimum an Story. Da mag George Miller seine Filmfigur in Prolog und Epilog noch so sehr zu einer epischen Ikone hochstilisieren. Doch im Endeffekt geht es nur um einen sehr übersichtlichen Konflikt zwischen zwei recht kleinen Parteien, wie man ihn auch schon Jahrzehnte zuvor im Western erleben konnte. Was im Grunde auch nicht verkehrt ist, schließlich bedienten sich zuvor schon Filmemacher wie George Lucas (Star Wars) oder John Carpenter (Assault on Precinct 13) erfolgreich bei den Archetypen aus dem Wilden Westen. Mad Max verspricht jedoch mehr, als er letztlich - gerade in Bezug auf Charaktertiefe und Szenario - halten kann. Bleibt also die Action, und auch die wirkt aus heutiger Sicht irgendwie recht zahm. Echte Stunts hin oder her: Was im Jahr 1981 noch atemberaubend gewesen sein mag, hat man inzwischen schon deutlich dynamischer und aufwendiger gesehen. Dabei konnte sich George Miller, wie auch bereits beim ersten Teil, den alten Trick nicht verkneifen, das Bild zuweilen beschleunigt ablaufen zu lassen, damit die Verfolgungsjagden ein bisschen rasanter aussehen. Insofern: Als Endzeitepos schlecht gealtert, als kleiner launiger B-Film aber immer noch recht stimmungsvoll.
Beobachtung am Rande für Sci-Fi-Nerds: Die "Warrior Woman" in der herrlich 80er-mäßigen Kostümierung mit Haarreif ist die junge Virginia Hey. Genrefans dürfte die Dame noch als blauhäutige Priesterin Zotoh Zhaan aus Farscape in guter Erinnerung sein.
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mal editiert, das letzte Mal am 24.05.2015, 14:25 von Aldridge.