Komplettes Thema anzeigen 21.05.2015, 23:13
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Mad Max - Nein, nicht Fury Road, sondern schlicht Mad Max von 1979. Und hui, den fand ich - so aus aktueller Sicht - gar nicht mal mehr so gut, ganz im Gegenteil. Das fängt schon beim Szenario an: Warum wird immer kolportiert, dass der erste Film ein apokalyptisches Actionstück ist? Vielmehr vermittelt das Ding in der Rückschau, dass man sich damals nicht so recht entscheiden konnte, ob man eine Low-Budget-Dystopie zeigen wollte oder doch ein bisschen Natur-Idylle, die zwischendurch zum Spaziergang durch den Wald und Sonnenbaden am Strand einlädt. Schwachpunkt ist aber eigentlich die Story an sich: Die eiert, nachdem Max den Dienst quittiert, reichlich ziellos auf den australischen Landstraßen umher, bis es dann endlich mal zur Sache geht. Die Motorrad-Gang stellt sich stets ziemlich dämlich an und ist auch nicht konsistent gezeichnet, schwankt die Bikertruppe doch zwischen gelangweiltem Ausflugs-Club und sadistischer Rowdy-Versammlung. Die hätten durchgehend deutlich mehr "retarded" ausfallen dürfen. Der eigentliche Rachefeldzug, für den der irre Maximilian eigentlich berühmt geworden ist, beschränkt sich dann auf die letzten paar Minuten des Films und fällt auch reichlich unspektakulär aus. Für die damalige Zeit war das sicherlich alles eine kultige Verbindung aus Pessimismus und Gewalt, heute wirkt das eher ein bisschen unbeholfen. Nun ja, vieles kann man sicherlich dem kaum vorhandenen Budget zuschreiben. Und ab dem zweiten Teil dreht Regisseur George Miller dann wenigstens so richtig auf und schubst Mad Max endgültig Richtung Endzeitfilm.

Schön übrigens, dass Hugh Keays-Byrne, der hier den Toecutter spielt, für Fury Road als Antagonist Immortan Joe reaktiviert wurde.