Komplettes Thema anzeigen 21.04.2015, 16:53
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Jurassic Park 4
Zitat von Daniel:
@Aldridge: Ich bin ebenfalls - wie schon gleich zu Beginn geschrieben - die DIskussionen ohne Ergebnis leid. Ich versuche mich sehr kurz zu halten und wirklich nichts Emotionales mehr dazu zu geben. Da du offensichtlich ja doch nicht persönlich werden wolltest nun nochmal meine Meinung bzw. Sicht der Dinge, die ich nicht exklusiv gepachtet habe:

Nun verweis doch nicht immer auf "andere". Du führst die Diskussion hier, also kannst du deine Empfindungen auch ganz selbstbewusst vertreten. Zwinkernder Smiley Aber danke für die Darstellungen, damit kann man doch arbeiten.

Zitat von Daniel:
Früher war CGI kein Thema, also baute, malte, kostümierte, arrangierte etc. man alles, was man in der Richtung nicht "normal" vor der Kamera ablichten konnte eben "manuell" so davor und "kopierte" Drittes hinein. Dann ergaben sich igrendwann so ab den Neunzigern die ersten Möglichkeiten Dinge am PC zu programmieren. Was erst vereinzelte Dinge waren ist mittlerweile Film-und Optik beherrschendes Übergewicht in vielen Filmen. Ein Streifen wie JP bietet sich natürlich da objektiv gesehen mit seinen Dinos geradezu dazu an.

Nicht ganz richtig, CGI gab es schon in den 70ern. Aber ok, damals gab es die technischen Voraussetzungen dafür nicht in der heutigen Form, das war ungleich schwieriger umzusetzen. Nichtsdestotrotz gab es Filme, die halt Ideen hatten, die sich mit herkömmlichen Tricks nicht machen ließen: Die Genesis-Sequenz in Star Trek 2 oder der gläserne Ritter in Young Sherlock Holmes oder die Wassersäule in The Abyss wären anders auch damals nicht machbar gewesen. Und dann gab es ja noch Filme wie Futureworld, Last Starfighter, Tron etc. Selbst Roger Rabbit kam nicht ohne Computer aus - nicht in einzelnen Szenen, sondern durchgängig im gesamten Film.

Zitat von Daniel:
Was sind jetzt meine AUssagen? Ich sage, dass einem echte Props, Bauten, Sets, Roboter etc. besser gefallen können als wenn alles aus dem PC kommt. Warum? Nun man stelle sich z.B. die Bibliothek aus Indy 3 vor. Da haben Location-Scouts oder wer auch immer ein schönes Örtchen gesucht, das man im Film verwenden könnte. Ergebnis: Nun ist ein reales Gebäude in diesem Film, das viele wiedererkennen. Noch Jahrzehnte später freuen sich manche Fans riesig, wenn sie dieses Bauwerk z.B. im Urlaub "besuchen" können - wenn sie wirklich DORT sind, wo ein Teil dieses Films entstand . Was wäre mit dem ganzen Zauber, wenn man diese Front am PC gerendert hätte? Ja, richtig...

Reale Locations und Gebäude gibt´s doch auch in Jurassic World. Jeder kann nach Oahu und Kauai fliegen und sich dort die Orte anschauen, wo gedreht wurde - wie auch schon bei den alten Jurassic Parks. Ähnlich zum Beispiel der Star Wars-PT: Jeder kann einen Abstecher nach Naboo unternehmen, indem er den Palast von Caserta bei Neapel oder den Comer See besucht.

Zitat von Daniel:
Außerdem sieht man die CGI (wie manch konventionellen Effekt, unbestritten!) einfach hin und wieder. Was ist für mich der Unterschied? Das eine ist dann eine suboptimale Puppe, Handwerksarbeit etc. das andere legt offen, das hier nachträglich - im Grunde völlig getrennt vom Set, von den Schauspielern, von der SItuation in der gedreht wurde - etwas drüberprogrammiert wurde. Das hat dann für mich nichts mehr mit dem Filmen zu tun, sondern ist eben eine Art "Digital Art" die für mich abseits steht. Auch das ist bei den Matte Paintings der Fall (auf die ich mcih gar nicht einschießen will, die mir auch nicht besonders gefallen) jedoch "echt gemalt und in der Realität vorhanden" sozusagen.

Nun, einerseits ist da in dem Sinne etwas "drüberprogrammiert", in dem echte Schauspieler am Set waren, mit denen die tatsächlichen Schauspieler interagieren können.

Tja, und andererseits... Mal Mary Poppins oder Elliot, das Schmunzelmonster gesehen...? Zwinkernder Smiley

Ansonsten verstehe ich, dass man gefühlsmäßig vielleicht Unterschiede sieht, ob ein Matte Painting mit einem Pinsel auf Glas oder mit einem virtuellen Pinsel auf dem Computer gemalt wurde. Handwerklich gibt´s da keinen Unterschied. In beiden Fällen war ein Künstler am Werk, der ein Gemälde erstellt hat. Handwerk. Nicht einfach Knopf gedrückt und - schwupps - ist es da.

Zitat von Daniel:
Man kann heutzutage fast alles am Computer machen. Da spielt es von der Machbarkeit her und den Instrumenten, die benutzt werden keine Rolle ob es sich um einen Baum, ein Haus, ein Auto, Wasser, Rauch oder den Osterhasen handelt. Nochmal: Das alles digital zu bauen können mit Sicherheit auch nicht viele, diese Leute sind Profis. Aber unabhängig davon: Als man das noch irgendwie "per Hand" gezimmert hat gab es einen, der auf seie Weise besonders schöne Felle herstellen konnte (für den Osterhasen); der andere hatte gerade neuartige Servos entwickelt mit denen die Öhrchen ganz geschmeidig und leise wackeln konnten. Ach ja, die Häuser übernahm dann vielleicht die Firma, die schon für das neue Sportzentrum um die Ecke verantwortlich war und so weiter und so fort.
Will sagen: Das waren verschiedenste Typen, Handwerkskünste, Materialien etc. Es ist ja nicht so, dass es das nicht mehr gibt, aber tendentiell ist es eben weniger geworden. Heute könnte das alles aus einem Rechner kommen; in diesem Sinne "ganz einfach". So wie wenn einer plötzlich alles was man braucht aus Holz schnitzt.

Eigentlich nicht. Ich habe das Forum eigentlich immer wieder über die Entwicklung von Kerner Optical auf dem Laufenden gehalten und kürzlich auch in meiner Kritik zu Pacific Rim über die Firma 32TEN. Dass es dann noch weitere gibt wie Weta Workshop etc., dürfte bekannt sein. Auch habe ich mehr als ein Mal hier Links zu den Modellarbeiten bei Indy 4 und der Star Wars-PT eingestellt. Soll heißen: Klar, heute wird mehr am Computer gemacht, aber es wird eben insgesamt mehr Effektarbeit in einen Film eingefügt. Ich würde Jurassic World jetzt nicht verdammen, nur weil da per Computer getrickst wurde, da sind genauso unzählige Kulissenbauer und Modellbauer am Werk gewesen. Ist ja nicht so, dass der Film aus der grünen Hüpfburg kommt... Zwinkernder Smiley

Meine Beobachtung ist vielmehr, dass diese Tatsache immer gerne ignoriert wird, weil man es sich eben so schön bequem gemacht hat im Anti-CGI-Sessel. Wie oft habe ich schon darauf verwiesen, dass zum Beispiel Episode I der größte Modell-Job in der Geschichte ILMs gewesen ist? Und trotzdem: Buh, Episode I ist Pixelbrei, CGI-Overkill etc.

Zitat von Daniel:
Ich HOFFE, dass meine Ausführungen irgendwie ein bisschen verständlich sind. Es kann jeder anders sehen. Aber ich lasse mir diese Meinung, die ich nicht allein habe, nicht als idiotisch hinstellen.

Nicht als idiotisch, nur als ein bisschen... beratungsresistent... Zwinkernder Smiley Du hast eine Meinung, gut. Die stellst du auch heraus, auch gut. Aber wenn ich dann mal frage, woher die Äußerung kommt, dass das heute alles viel weniger künstlerische Energie und Aufwand braucht, dann kommen leider keine harten Fakten. Eine Meinung ist solange gut, wie sie sich auch belegen lässt. Wenn nicht, dann sind es falsche Tatsachenbehauptungen. Und wenn diese dann wieder und wieder und wieder vorgetragen werden, dann wird es halt ein bisschen penetrant. Nicht böse gemeint. Mir ging´s nur mal wieder auf den Senkel - der Trailer, der da oben gepostet wurde, ist ein echtes Feuerwerk. Da ist mir egal, ob in Szene 5, hintere rechte Ecke, die Matte noch nicht ganz perfekt aussieht, ausschließlich nur deshalb, weil sie CGI ist.