Betreff: Re: Bitte um Kaufempfehlung meines erstern Indy Fedoras
ich habe beide Hüte. Beide sind ihr Geld wert aber doch recht unterschiedlich.
Der Adventurer ist eher "floppy", sprich weicherer (und eine Spur dünnerer) Filz - sehr bequem und leicht zu tragen, auch im Sommer, aber nicht unbedingt der perfekte Schlechtwetterhut. Er passt sich relativ schnell deiner Kopfform an, und lässt sich sehr leicht umbashen. Bedeutet natürlich auch, daß er seine "perfekte" Grundform weniger lang behält - passiert aber bei jedem Hut und macht ihn persönlicher.
Der Junior ist die robustere, steifere Option. Etwas dickerer Filz mit auch etwas gröberem Schliff, (anfangs) kaum aus der Form zu bringen, auch nicht von überraschenden Regengüssen. Im Gegenzug eben nicht meine erste Wahl bei hohen Temperaturen. Nachteil der Robustheit KANN sein, daß es - falls deine Kopfform etwas von der "Norm" abweicht - länger dauert bis sich der Hut daran anpasst, und bis dahin der Tragekomfort leidet.
Die unterschiedliche Steifheit ist übrigens keine Frage der Qualität (zumindest bei diesen beiden Hüten), sondern eine absichtliche Entscheidung des Herstellers für mehr oder weniger Festiger. Der etwas dünnere Filz beim Adventurer macht ihn eben günstiger als den Herbert Johnson, hätte aber bisher keinen Grund deswegen an der Langlebigkeit zu zweifeln.
Punkto scree accuracy bin ich kein Experte. Der Adventurer ist theoretisch baugleich mit dem Original (das selbst nichtmehr Original ist, weils die alten Hutblöcke nichtmehr gibt), für mein Auge ist seine Krone aber weniger hoch und gerade als bei allen anderen etablierten Replicas, was ihn aber auch etwas mehr zum "normalen" Hut macht - die extremen Indy-Maße kann auch nicht jeder tragen.
Der von IndyTom angesprochene Harrison schlägt sie beide. Feiner Schliff, ähnlich komfortabel wie der Adventurer und wenigstens so robust wie der Junior - wollte mans testen vermutlich mehr. Preislich liegt er aber natürlich schon über Einsteigerniveau. Da kann man mit den anderen beiden aber im Prinzip nichts falsch machen - ist eine Frage der persönlichen Präferenzen.
Robert