Betreff: Re: Der letzte Film
Ich habe ja auch nicht den Umkehrschluss gezogen und gesagt, dass 2001 ein schlechter Sci-Fi-Film ist. Die Aussage war rein auf 2010 bezogen. Viele argumentieren eben - wie du -, dass der Film eine "Enttäuschung" war. Aber ich habe argumentiert, dass der Film (wie jeder Film) auch für sich stehen muss und abseits aller Vergleiche ein richtig guter Sci-Fi-Film war - was du auch sagst.
Man könnte das Gedankenexperiment auch mal weiterführen. Was wäre geschehen, hätte Hyams versucht, 2010 genauso wie Kubrick zu drehen? Das wäre grandios in die Hose gegangen, weil er sich dann erst recht den Vergleich hätte gefallen lassen müssen. Im besten Fall wäre er als Abklatsch bezeichnet worden. So ist es eine sehr gute und erweiterte Buchadaption, die in Zusammenarbeit mit dem Autor der Vorlage entstanden ist.
Es gab mal Gerüchte, Tom Hanks wolle den finalen vierten Teil der Space-Odyssee-Reihe, 3001, verfilmen. Das hätte der sicherlich auch nicht so gemacht wie Kubrick. Wobei... Wenn man sich mit dem Werk Clarkes beschäftigt, dann erscheint Kubricks Version gerade durch den ellenlangen Prolog sowohl als kongenial sowie als verfehlt gleichzeitig. Einerseits darf man die Frage stellen, warum die Episode mit den Affen so extrem in die Länge gezogen wurde, wenn es doch um einen "Wächter" einer höheren Intelligenz geht. Andererseits entspricht genau das eigentlich exakt dem dritten Clarke´schen Gesetz. Denn die Affen (und auch die Menschen) halten den Monolithen für etwas Übersinnliches, weil er schlicht zu weit fortgeschritten ist.