Betreff: Re: Der letzte Film
The Equalizer – Die Filme von Antoine Fuqua werden ein zunehmend zwiespältiges Vergnügen für mich. Denn oberflächlich liefert der Regisseur ein erfreulich altmodisches Action- und Gangsterkino mit düsterer Grundhaltung und einem gerüttelt Maß Gewalt. Doch zugleich kommt das alles gerne auch recht reaktionär daher, wie zuletzt seine Stirb langsam-Variante Olympus has fallen gezeigt hat. Das ist beim Update der Equalizer-Serie aus den 80er Jahren nicht anders: Denzel Washington - der nach seiner Oscar-Rolle in Training Day bereits zum zweiten Mal mit Fuqua zusammenarbeitet - darf als ehemaliger US-Agent Rache für eine misshandelte Prostituierte nehmen und sich dabei nach Herzenslust durch die russische Mafia in Boston massakern. Was im Grunde sauber umgesetzt und emotional vernünftig, wenn auch nicht sonderlich innovativ unterfüttert wird. Doch zeichnet Fuqua die Story um den Equalizer beinahe schon als persönliches Drama eines stets rechtschaffenen Mannes und erhebt damit die Selbstjustiz zum legitimen Mittel – womit man in Amerika wohl recht wenig Probleme haben, was in aufgeklärteren Kreisen aber säuerlich aufstoßen dürfte. Abseits der fragwürdigen Grundhaltung leidet dann leider irgendwann auch noch die Spannung. Denn mit zunehmender Laufzeit wird immer deutlicher, dass der Equalizer stets Herr der Lage und damit im Grunde unbesiegbar ist.

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mal editiert, das letzte Mal am 22.02.2015, 16:55 von Aldridge.