Komplettes Thema anzeigen 02.02.2015, 19:35
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Ich habe von Inglorious Basterds und Django Unchained gesprochen, nicht von anderen Tarantino-Filmen. Und das war eben so eine Wahrnehmung, die sich so nebenher aufgetan hat. Können andere natürlich völlig anders sehen. Ich fand, dass die Bösen eben so böse gezeichnet wurden und ihr finales Ableben eben so... definitiv abgehandelt wird, dass sich die Frage schon irgendwie stellt.

(Sehr) gut gefallen, hat mir der Film - wie geschrieben - auch. Zwinkernder Smiley

Edit: Ah, hier habe ich ein Interview gefunden, das es ganz gut wiedergibt, was ich meine...

Zitat:
Ist Rache der rote Faden, der sich durch Ihr Oeuvre zieht?

Nein, ist es nicht. Es ist der Topos in meinen Martial-Arts-Filmen. Okay, es ist auch der Topos in meinem Kriegsfilm. Mit dem Western sind das jetzt drei Filme. Aber das war nicht der Topos von "Reservoir Dogs" und nicht von "Jackie Brown". Der Grund, warum ich "Basterds" und "Django" gemacht habe, ist, dass ich Menschen aus dem 21. Jahrhundert damit eine Katharsis, einen befreienden Moment gebe. Damit meine ich nicht nur Juden oder Afroamerikaner. Ich denke, wir alle schauen, wenn wir diese Filme sehen, durch deren Augen. Als ich mit "Inglourious Basterds" durch die Welt reiste, haben alle gesagt: Hoho, möchte mal wissen, was die Deutschen dazu sagen. Aber ich habe den Film ja hier gedreht, ich wusste, wie man ihn aufnehmen würde. Und war dann so etwas wie ein kleiner Botschafter für sie. Ich konnte sagen: Wenn es derzeit irgendwen auf der Welt gibt, der Fantasien hat, wie man Hitler tötet, dann sind das die letzten drei Generationen der Deutschen.

Und wie reagieren die Zuschauer in den USA nun auf "Django Unchained"?

Ganz ähnlich. Das Publikum, auch das weiße, ist auf Seiten von Django. Sie sind nicht auf der Seite der Südstaatler, nicht auf der Seite von Leonardo DiCaprio. Und sie sind dankbar für die kathartische Befreiung am Ende.

Darf man so etwas als Unterhaltungsfilm inszenieren?

Aber ich will doch unterhalten. All meine Filme sind Unterhaltungsfilme. Nicht Entertainment wie bei einem Magier in einem Nachtclub. Ich möchte cineastische Momente kreieren, möchte, dass das Publikum meine Filme liebt. Aber dazu gehört auch, so etwas aufs Tapet zu bringen. Wenn es um Brutalität an den Sklaven geht, sehen Sie Dinge, die Sie gar nicht sehen wollten. Aber das muss man halt zeigen, das muss weh tun, sonst hab ich mein Ziel verfehlt. Und dann gibt es Gewalt, die unterhaltend ist, die Spaß macht, weil es Katharsis ist. Das ist alles eine Frage des Gleichgewichts. Ich möchte, dass Sie am Ende Bravo rufen, wenn Django das Blutbad anrichtet.

Quelle: http://www.welt.de/...ntino.html
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 02.02.2015, 19:42 von Aldridge.