Betreff: Re: Der letzte Film
Bay ist für mich immer so eine zwiespältige Sache. Nach Transformers 2 hatte ich mir eigentlich auch geschworen, dass ich den Mist nicht mehr mitmachen sollte. Gerade in den Nuller Jahren hatte Bay ein paar Dinger rausgehauen - Pearl Harbour, Bad Boys 2, Transformers 2 -, die für mich auf der ewigen Schlechtestenliste stehen werden. Insbesondere der zweite Robo-Film ließ es an so ziemlich allem vermissen, an einer Story, an schlichtem Handwerk auf der filmischen Ebene, an geringsten Ansätzen gesunden Menschenverstandes. Nach dem Film war ich dermaßen - Pardon! - pissed, weil ich mich ganz einfach für dumm verkauft gefühlt habe.
Allerdings muss ich auch anerkennen, dass Bay immer mal wieder positive Ausreißer hatte, wenige, aber immerhin. The Rock war ein Fall, in dem er eine eigentlich längst durchgekaute Stirb langsam-Story durch seinen visuellen Stil (und getragen durch tolle Schauspieler) zu etwas Besonderem gemacht hat. The Island war zwar ein Flickenteppich an Sci-Fi-Motiven, die in der zweiten Hälfte im allgemeinen Krachbumm untergingen, und doch machte die Mischung einen für mich guten und relativ intelligenten Film. Und der erste Transformers ist einfach gutes Popcorn-Kino, ganz einfach, weil da noch die Mischung stimmt zwischen Effekten, doofen Witzen und gelungener Action. Also kann ich gar nicht mal sagen, dass er ausschließlich Mist fabriziert. Aber doch alles innerhalb selbst gesetzter "Bay-Maßstäbe".
Warum ich mir die Transformers-Filme anschaue, obwohl ich weiß, dass die bedenkenswert sind, hat einen ganz einfachen Grund in Form von drei Buchstaben: ILM. Da bin ich Fanboy.

Allerdings bin ich eben der Meinung, dass man in jeder Form von Kritik nie einfach verdammen oder hochjubeln sollte (was im Internet viel zu häufig gemacht wird), sondern vielmehr das Gute im Schlechten und das Schlechte im Guten finden.