Betreff: Re: Der letzte Film
Didi - Der Doppelgänger - Ein "Klassiker" der deutschen Komödie - und doch ein bisschen verkannt. Hallervorden stand in den 80er Jahren halt für Klamauk der Marke "Nonstop Nonsens" und nicht für politisches Kabarett à la Die Wühlmäuse. Und so wurden eben auch die Didi-Filme als Gaga-Streifen allererster Kajüte aufgenommen. Das ist natürlich nicht verkehrt, schließlich gibt´s auch hier reichlich Dödel-Geblödel, wenn sich ein naiver Kneipenwirt als großer Wirtschaftsboss beweisen und einiger schwachsinniger Kidnapper erwehren muss. Und handwerklich lässt das in Dramaturgie und Schnitt auch alles ein bisschen (sehr) zu wünschen übrig. Dennoch hatte Hallervorden damals einen netten frühen Subtext über die Macht der Großkonzerne und die Eigenheiten von Konzernlenkern eingearbeitet. Das erreicht natürlich niemals die Sphären einer richtigen Satire, fällt zwischen der Flut an (schönen) Albernheiten aber umso denkwürdiger aus. Politische Statements arbeitete Hallervorden dann umso deutlicher in seinen folgenden Filmen wie Didi auf vollen Touren, Didi - der Experte oder Alles Lüge ein. Dennoch: schönes Ding, das in diesem Jahr auch schon 30 Jahre alt geworden ist.
Apropos: Ganz nebenbei liefert der Film einige schöne Impressionen aus dem Berlin der 80er Jahre, etwa von der ICC, die damals schon genauso hässlich war wie heute, oder dem Steglitzer Kreisel. Die Musik von Harold Faltermeyer (der im gleichen Jahr auch Beverly Hills Cop vertonte) ist großartig. Und inzwischen ist erprobt, dass man mit drei Sätzen sehr gut durchs Leben kommt:
1. Ich brauche mehr Details.
2. Das ist nun Ihre Meinung.
3. Schreiben Sie´s auf, ich beschäftige mich später damit.