Betreff: Der letzte Film
Herr Satan persönlich!
Wie momentan nicht anders zu erwarten, handelt es sich auch hierbei um einen Klassiker aus dem Hause Orson Welles, dieses mal um einen der weniger populären. Nur selten, oftmals nicht vollständig gezeigt, bleibt der Film bis heute eher ein Geheimtipp. Da es ihn hierzulande nur auf einer seltenen DVD, die bereits lange vor der Restauration veröffentlicht wurde gibt, habe ich mir die italienische Blu-Ray beschafft. Wenn auch weniger poliert als etwa "Citizen Kane" erstrahlt der Film so in einem neuen Glanz. Da das Stichwort schon gefallen ist: Der Film weist tatsächlich zahlreiche Parallelen zu "Citizen Kane" auf, wird oftmals sogar als eine Variation angesehen. Der größte Unterschied ist, dass Gregory Arkadin im Gegensatz zu Charles Foster Kane während des Verlaufs des Films noch lebt. Jedoch ist er ebenfalls ein größenwahnsinniger, einsamer, reicher, die Politik mitbestimmender Mann, welcher auch ein großes Geheimnis hat, dass der Protagonist lüften soll. Mit ähnlich überragender Bildsprache und vielen Welles-tpischen Motiven (z.B. die Banknoten), kommt der Film - trotz geringerer Möglichkeiten - ähnlich ausgereift daher, wie das Meisterwerk. Man merkt allerdings, dass oftmals etwas "gröber" gearbeitet wurde. Für Setmodivikationen für die Kamera und all das war wohl weniger Zeit. Überaus gelungen ist es aber, Arkadin mächtig wirken zu lassen. Er wirkt - durch die Frisur, den Bart aber auch die Kameraperspektiven - unheimlich groß und angsteinflößend. Fazit: Der Streifen kommt nah an Welles' Meisterwerk heran, hätte - wäre er unter ähnlich "guten" Bedingungen gedreht worden - diesen sogar erreichen können, so aber bleibt er ihm etwas unterlegen. Daran ändert auch nichts, dass Christopher Nolan, den Film auf Platz 9 seiner Liste setze (auf der "Citizen Kane" gar nicht drauf war

). Von mir gibt es etwas über 9 Punkten.
Marc S.
Bismarck biss Marc, bis Marc Bismarck biss.