Betreff: Re: Der letzte Film
Alien³ - Special Edition
Die Entstehungsgeschichte des Films bietet ansich schon genug Stoff für eine spannende Doku.
Fakt ist (

) das David Fincher seine Vision nicht umsetzen konnte und das Studio dem jungen Regisseur viele Entscheidungen abgenommen hat. Das am Ende tatsächlich noch ein Film herauskam der ansehbar war ist umso erstaunlicher.
Mit der Veröffentlichung des Rohschnitts als Special Edition kam etwas von Finchers Werk wieder auch wenn ein wirklicher Directors Cut sicherlich noch eine Spur anders aussehen würde.
Der Film bietet in beiden Versionen eine gelungene Fortführung der Alien Reihe und setzt einen drastischen Schlußpunkt. Schon mit dem zweiten Teil hatte sich Ripley als Hauptbestandteil der Serie etabliert. Ein Segen und Fluch zugleich traute sich doch niemand einen Film ohne diesen Charakter anzugehen.
Sie ist also auch im dritten Teil wieder die Hauptfigur die erstmals in der Reihe einer reinen Männerriege gegenübersteht. Darunter befinden sich hochkarätige Schauspieler wie Charles Dance, Pete Postlethwaite, Charles S. Dutton und Paul McGann die alle in ihren Rollen überzeugen. Das sofortige Ausscheiden von Newt und Hicks dürfte immer noch einer der größten Kritikpunkte des Films sein. Allerdings wäre die Stimmung des Films eine völlig andere gewesen. Damals werden sich darüber wohl die Merchandisepartner am meisten geärgert haben (vor allem Dark Horse die in ihren Comics den beiden Charaktären nach Teil 2 mehrere Storylines widmeten).
Das Gefängnis als Handlungsort erstrahlt in einer dreckigen klaustophobischen Atmosphäre die in dunklen Bilder hervorragend eingefangen werden. Auch die Effekte konnten für ihre Zeit überzeugen. Heutzutage wirken einige Aufnahmen jedoch etwas betagt selbst die neu gerenderten Szenen die extra für die Special Edition fertiggestellt wurden. Auch wurde die Gewalt in dieser Version deutlich angehoben. Das Alien macht keine Gefangenen.
Das schöne an der Alien Reihe ist das jeder der vier Filme anders wirkt und seinen eigenen Stil findet. Die Handschrift der jeweiligen Regisseure ist deutlich sichtbar auch wenn im Falle von Teil 3 das Studio heftig drübergekritzelt hat. Trotzdem muss man sagen das dieser Film bei weitem nicht so schlecht ist wie ihn viele machen. Er ist anders und es ist reine Spekulation ob der Film besser geworden wäre wenn Fincher freie Hand hätte. Vor allem die Special Edition hebt das Qualitätslevel des Films deutlich an und macht ihn somit zu einem würdigen Teil der Saga.