Betreff: Re: Die Suche nach dem Göttlichen - Missionierung mittels Kinofilme?
Die Altersfreigabe der FSK ist das, was sie ist: eine Altersfreigabe. Sie ist keine Altersempfehlung. Die FSK schaut lediglich darauf, ob die dargestellten Inhalte für ein Alter geeignet sind. Deshalb ist dann klar, dass explizite Gewaltdarstellung oder sexuelle Handlungen eben erst ab einem gewissen Alter freigegeben werden. Und die FSK schaut aber leider viel zu selten auf irgendeinen Subtext eines Films, es sei denn, es geht schon automatisch um Selbstjustiz, da sehen die sofort rot.
Dass man Medien kritisch nutzen sollte, ist aber ein guter Punkt. Darum geht es ja generell, wenn wir hier über die verschiedenen "Kanäle" sprechen: Ein Blog irgendeines privaten Schreibers ist nicht automatisch eine zuverlässige Quelle. Und ein Artikel in der Welt oder der FAZ ist nicht automatisch eine objektive Beschreibung dessen, was da genau vorgeht in der Welt. Das sind alles Inhalte, die vielleicht um Objektivität bemüht sind, die allerdings einer Vielzahl an Einflussfaktoren ausgesetzt sind - das reicht von der rein subjektiven Wahrnehmung eines Autors bis zum Redaktionsprogramm einer Zeitung bzw. der politischen Ausrichtung des Verlegers oder eben dem Einfluss der Räte beim (öffentlich-rechtlichen) Fernsehen - in denen auch Vertreter der Kirchen sitzen. Kritisch zu hinterfragen und eine eigene Meinung zu bilden, ist da zwingend notwendig.
Zu Ender´s Game gibt es verschiedene Interpretationsansätze, mit denen ich mich aber nicht eingehend beschäftigt habe. Es geht ja im Kern schon darum, ob jemand eine Schuld auf sich laden kann, wenn er einfach nur Befehlen folgt oder von den Folgen seiner Taten keine Kenntnis hat. Das Buch wird den Soldaten in der US-Armee nicht umsonst empfohlen.