Komplettes Thema anzeigen 28.07.2014, 11:23
Aldridge Abwesend
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Betreff: Serienfolgen - Bewegende Highlights
Hallo zusammen,

inspiriert von einem ähnlichen Thread an anderer Stelle frage ich die Community nun mal nach besonders beeindruckenden Serienfolgen. Wir sprechen / schreiben hier immer sehr viel über Filme, die uns gefallen oder nicht gefallen haben. Allerdings übersieht man dabei sehr leicht, dass manche Serien in einzelnen Folgen Kinoqualitäten entwickeln oder diese sogar noch übertreffen.

Worum es mir nicht geht, ist die Produktionsqualität heutiger Serien allgemein. Denn da könnten Sachen wie Game of Thrones oder Deadwood sowieso ohne Probleme mit dem Kino mithalten. Es geht mir vielmehr um einzelne Folgen, die aus dem Seriengefüge herausragten, die euch somit beeindruckt und bewegt und noch lange beschäftigt haben.

Ich mache mal den Anfang mit drei Folgen aus der Serie Babylon 5:

- Die Armee des Lichts (Staffel 2, Episode 20): Die Centauri gewinnen den Krieg gegen die Narn, indem sie zu Waffen greifen, die völkerrechtlich verboten sind. Dennoch bleiben den anderen Völkern die Hände gebunden. Die Folge gipfelt in einer Demütigung G´Kars durch Londo. Und diese Szene ist für mich auch das Highlight der Episode: Schauspielerisch laufen Peter Jurasic und Andreas Katsulas hier zur Hochform auf, absolut fesselnd. Auch die Parallele zu mancher realpolitischen Gegebenheit ist nicht von der Hand zu weisen. Hier geht Babylon 5 eindeutig über die Grenzen harmloser Space Operas und günstiger TV-Ware hinaus.

- Die Strafaktion (Staffel 3, Folge 10): Und hier spielt Babylon 5 wiederum sämtliche Stärken aus, die eine ordentliche Space Opera ausmachen: Die Raumstation hat sich von der Erde losgesagt und wird daraufhin von einigen Erdkreuzern angegriffen. Es kommt schließlich zu einer riesigen Raumschlacht, die Mitte der 90er Jahre für eine TV-Serie eine immense Leistung dargestellt hatte. Hier zeigte die deutlich günstigere Serie Babylon 5 dem gut finanzierten großen Konkurrenten DS9, wo der Hammer hängt. Was die Episode letztlich aber so stark macht, ist der emotionale Unterbau des Kampfes. Das ist zwar pathetisch, verfehlt aber nicht seine Wirkung.

- Der Fluss der Seelen (Staffel 5, Folge 22): Die letzte Folge der Serie. Todtraurig und emotional fesselnd. Nicht unbedingt, weil die Serie zu Ende geht, sondern weil John Sheridan stirbt. Der Mann wusste seit 20 Jahren, wann genau er aus dem Leben treten wird, nimmt Abschied von seiner Frau und seinen Freunden und geht auf die letzte Reise. Ein einziger emotionaler Tritt in die Magengrube. Habe seitdem im Fernsehen nichts mehr gesehen, was so bewegend (und so sensibel geschrieben) ist. Hut ab vor J. Michael Straczynski.

So, wo bleiben eure Folgen (wäre übrigens umso erfreulicher und interessanter, wenn es sich dabei nicht nur um aktuelles Serienfutter handeln würde)?
Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, das letzte Mal am 30.07.2014, 10:15 von Pascal.