gestern zum ersten Mal gesehen. Von der Atmosphäre wie erwartet gut, ein wenig wie Presumed Innocent, eben ein HF-Film aus den 90ern im 90er-Stil, aber abgesehen davon banal, langatmig und nicht befriedigend. Mir kam es vor wie filmerische Sittenmalerei.
Spoiler:
Handlung mag man es kaum nennen: Die Frau von Fords Figur Dutch und der Mann der ehrgeizigen Politikerin Kay gehen fremd. Beide sterben bei einem Flugzeugabsturz, und Dutch und Kay finden es heraus. Mehr finden sie aber nicht heraus, weder, wie lange oder warum sie betrogen worden sind, noch wie oder wo sich die beiden kennengelernt haben. Ford versucht im ganzen zweistündigen Film das herauszubekommen. Das war wohl auch die Idee des ganzen Films: als interner Ermittler bei der Polizei ermittelt er auf einmal intern in seiner Ehe, und scheitert, findet nicht mehr raus, als dass seine Frau und Kays Mann sich mindestens drei oder viermal in Miami getroffen und in Washington eine gemeinsame Wohnung für Treffen unterhalten haben. Die interessanteste Person wäre sicher Dutchs Frau gewesen, über die erfährt man aber nichts. Fords Figur durchgeht keine innere Veränderung, außer dass sie psychisch an ihre Grenzen gerät (aber auch nicht mehr), Kay erkennt zumindest, dass das Scheinleben einer Politikerin nichts für sie ist.
Für mich am gewinnbringendsten noch die Parallelen zu Frantic. Auch hier gerät Fords Figur psychisch an ihre Grenzen. Richard Walker sucht verzweifelt seine Gattin, Dutch verzweifelt die Frau, die seine Gattin war. Die Tanzszene in Random Hearts (leider nicht in besserer Qualität gefunden) ist sicher nicht zufällig ähnlich zu der in Frantic: