Betreff: Re: Angst vor der (End)Szene in Rotla
Nein, es ist ja schon richtig und wichtig, Kinder und Jugendliche vor harten Darstellungen zu bewahren. Das hat auch nicht zwingend etwas mit Bevormundung zu tun, sondern vielmehr mit Schutz. Die FSK ist nur leider ein Gurkenverein ohne stringente Bewertungen. Man kann Filme eben unter verschiedenen Gesichtspunkten beurteilen.
"Saving Private Ryan" mag ja zum Beispiel ein "Zeitzeugnis" sein. Aber gerade deshalb ist die Gewaltdarstellung realistisch. Muss ich Jugendliche damit konfrontieren, damit sie etwas über den Krieg lernen? Und wenn ich sie mit realistischer Gewalt konfrontiere, müsste dann jegliche andere Form von dargestellter Gewalt z.B. bei Schwarzenegger nicht viel harmloser bewertet werden (diverse Perversitäten der Splatter- und Gorebauern mal ausgenommen)?
"Schindlers Liste" ist FSK12 eingestuft. Jetzt kann man argumentieren: Die Kids sollen sehen, wie grausam damals die Realität war, das kann kein Buch vermitteln. Ist richtig. Genauso könnte man argumentieren: Die Morde im Krakauer Ghetto oder im Arbeitslager sowie die Gewalt gegen Frauen und Kinder sind nun wirklich nicht geeignet, von 12-Jährigen verarbeitet und richtig eingeordnet werden zu können. Wo soll man da die Grenze ziehen?