Betreff: Re: LED-Taschenlampen
Sooo... ein paar Worte nun zu Akkus:
Bei Akkus sind eigentlich zwei Sorten relevant: LiIo und NiMh.
NiMh Akkus haben eine hohe Selbstentladung. D.h. nach einem Monat sind viele schon halb leer.
Ausnahme: Eneloop Akkus (und ein paar andere). Diese haben auch nach 3 Jahren noch 75% der Ladung gespeichert.
NiMh-Akkus sind normalerweise bis ca. 0° C brauchbar, darunter läßt die entnehmbare Kapazität deutlich nach. Bei -20°C sind sie dann gar nicht mehr zu gebrauchen.
Ausnahme: Eneloop Akkus, einsetzbar bis -20°C bei -10°C noch 75% der Kapazität entnehmbar.
NiMh-Akkus sind typischerweise ca. 500x wieder aufladbar.
Ausnahme: Eneloop Akkus (1500x in der aktuellen Version).
Auch ist das Verhalten der Eneloops bei großen Entladeströmen besser.
NiMh-Akkus leiden bei häufiger und extremer Tiefentladung.
Eneloop Akkus sind erhältlich als AA und AAA-Zellen. Es gibt Adapter um AA-Eneloops in C und D einzusetzen.
Andere NiMh-Akkus haben zwar höhere Kapazitäten, das ist aber der einzige Vorteil. Eneloops werden auch von vielen Lampenherstellern empfohlen, teilweise auch für die Laufzeitangaben eingesetzt.
NiMh Akkus haben gegenüber früher gebräuchlichen NiCd Akkus einen schwächer ausgeprägten Memory Effekt. Der Memory-Effekt drückt aus, daß ein Akku an Kapazität verliert, wenn er oftmals nur teilweise geladen/entladen wird. Dennoch sollte man auch NiMh-Akkus vor dem Laden bis zur Entladeschlußspannung (1V) entladen ehe man ihn wieder läd.
Eneloop-Akkus sind auch schnelladefähig. Die Herstellerempfehlung ist eine Ladung mit maximal 1/2C (C ist die Nennkapazität), also bei einem 2000mAh Eneloop ein Ladestrom von max. 1000mAh. Bei schnellerer Ladung kann die Zahl der möglichen Lade-Entladezykler geringer sein. 1/2 C bedeutet eine Volladung in zwei Stunden.
Das wohl am meisten empfohlene Ladegerät hierfür dürfte das
BC-700 sein. Der max. Ladestrom beträgt 700mAh, damit können AA-Eneloops in knapp 3 Stunden geladen werden. Es gibt weiterhin Modis um die Akkus vor dem Volladen zu entladen, die Kapazität zu messen oder alte Akkus durch mehrfaches Laden/Entladen zu "refreshen" (den Memory-Effekt wieder etwas rückgängig machen). Das kann für jeden der 4 Ladeschächte getrennt gemacht werden.
Es gibt noch andere high-tech Ladegeräte mit ausgefeilten Funktionen, Mikroprozessorsteuerung etc. die lohnen sich aber eigentlich nicht.
Allerdings gibt es die Garantie auf die Eneloop-Akkus nur, wenn mit einem Sanyo oder Eneloop-Ladegerät geladen wurde.
Im Vergleich zu herkömmlichen Batterien haben NiMh-Akkus eine flachere Kennlinie. Eine alkalische Batterie hat neu 1,5V, fällt dann schnell ab und ist bei ca. 1V leer. Die mittlere Entladespannung beträgt ca. 1,15V (abhängig von der Belastung).
NiMh-Akkus beginnen bei ca. 1,4V, fallen dann sehr schnell auf 1,2V ab und gehen erst kurz bevor sie leer sind deutlich in die Knie. Die mittlere Entladespannung beträgt ca. 1,22V, ist also trotz der niedrigeren Nennspannung (am Anfang) höher. Deswegen erreichen ungeregelte Taschenlampen (vor allem mit Glühbirnen) mit frischen NiMh Akkus nicht die Helligkeit, die sie mit alkalischen Batterien erreichen.
Zu LiIo-Akkus kann man leider nicht so pauschale Aussagen machen. Es gibt einige uterschiedliche Herstellungsverfahren mit unterschiedlichen Materialien. Allg. kann man sagen:
sie haben eine vergleichsweise geringe Selbstentladung.
sie haben eine ca. 50% höheren Energiedichte (also mehr Kapazität).
die Lebensdauer ist nicht nur durch die Ladezyklen begrenzt, sondern auch sehr stark durch die Alterung. Typischerweise hält ein LiIo-Akku nur 5 Jahre. Gute qualitäten (bessere Materialreinheit bei der Herstellung) kann länger halten. Die Zahl möglicher Ladezyklen geht von 500 bis mehrere tausend.
Ein wirklich großer Vorteil: kein Memory-Effekt. d.h. es schadet dem Akku überhaupt nicht, wenn er nur 1/4 oder 1/2-Entladen wieder vollgeladen wird. Die Ladezyklenzahl bezieht sich übrigens auf volle Ent-/Ladungen. d.h. Zweimal halb entladen und geladen zählt wie einmal voll entladen/geladen.
LiIo-Akkus sind empfindlich gegenüber falscher Ladung. Deswegen sollten nur hochwertige Ladegeräte eingesetzt werden.
LiIo-Akkus vertragen keine Tiefentladung. Eine Tiefentladung kann einen Akku zerstören.
LiIo-Akkus lassen sich bis etwa 0°C einsetzen. Ich habe ein paar Datenblätter hochwertiger Akkus für Taschenlampen angeschaut, dort ist ein Einsatz bis unter -20° erlaubt.
Wegen der Selbstentzündungsgefahr sollte man LiIo-Akkus besser nicht im Sommer im Handschuhfach liegen lassen. Auch können extreme Erschütterungen durch innere Kurzschlüsse eine Selbstentzündung (bis zu 30 min nach der Einwirkung) auslösen.
Bei extremer Überladung oder Tiefentladung kann sich ein LiIo-Akku so stark erhitzen, daß er regelrecht explodiert (bzw. läßt explosionsartig heiße Gase ab).
Bessere LiIo-Akkus haben integrierte Schutzschaltungen die eine Tiefentladung,Überladung oder thermische Überlastung verhindern. Auf diese sollte keinesfalls verzichtet werden.
Gerade wenn man mehrere Akkus in einer Lampe einsetzt, kann es schnell sein, daß ein Akku bereits leer ist und dieser dann durch den anderen rückwärts geladen wird. Das gilt übrigens auch für die CR123a-Zellen, da gibt es auch dokumentierte Fälle von Explosion/Entzündung. Aus diesem Grund sollte man (auch bei anderen Batterien) nie unterschiedliche Batterietypen oder unterschiedlich entladene Batterien im gleichen Gerät verwenden.
LiIo-Akkus lagert man am besten nicht voll geladen (50-75% wird empfohlen), das verlängert die Haltbarkeit.
Im Taschenlampenbereich sind vor allem diese Akkutypen von Interesse:
18650: ca. so lang wie zwei CR123a-zellen, ein bischen dicker. 3,7V, um ca. 2900mAh
16340: etwa die Abmessungen einer CR123a
14500: etwa die Abmessungen einer AA-Zelle (aber Achtung, wegen der höheren Spannung nur bei geeigneten Lampen einsetzen)
es gibt noch ein paar weitere Akkutypen, die sind aber eher nicht gebräuchlich. z.B. den 18700, der 1-2mm länger als der 18650 ist.
die Akkus gibt es mit und ohne Schutz. Hier also bei Kauf drauf achten.
Bei den hier passenden LiIo-Ladegeräten ist vor allem vom Wolf-Eyes Ladegerät abzuraten. Dieses besitzt keine Abschaltung bei Volladung, sondern verlässt sich darauf, daß ein geschützter Akku sich bei Volladung selbst abschaltet.
Ich selber benutze das
XTAR WP2 II. Das Ladegerät läd die in Taschenlampen gebräuchlichen LiIo-Akkus, hat gute Reviews und ist bezahlbar. Dazu wird auch gleich ein Adapter für den Zigarettenanzünder mitgeliefert (und es hat auch noch einen USB-Ausgang, über den man dann mit einem eingelegten Akku externe USB-Geräte Laden kann). Ladezeit für 18650-Akkus ist ca. 3-4h.
Es gibt auch noch teurere Ladegeräte mit denen man dann die Kapazität messen kann etc. Für den Anfang ist das aber nicht nötig.
Bei den LiIo Akkus gibt es wohl viele Fälschungen. Von daher sollte man die Finger von zweifelhaften Quellen lassen. Das geht scheinbar soweit, daß alte gebrauchte Laptopakkus zerlegt und zu 18650-Akkus umgebaut werden (sind scheinbar die gleichen Akkus). Einen guten Ruf haben AW-Akkus (sozusagen der rolls-royce), Eagletac und noch einige mehr (im Zweifel mal in die Taschenlampen Foren gucken, die machen da teilweise ausführliche Tests).
Soviel mal bis jetzt zum Thema... ich bin mir sicher, noch nicht alle Fragen beantwortet zu haben, eigentlich habe ich nur an der Oberfläche gekratzt (wobei man da ja auch Bücher drüber schreiben kann... fragt sich nur, ab wo es unwichtig wird).
