Komplettes Thema anzeigen 23.02.2011, 22:15
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Entdeckt bei Ebay
Off-Topic:
Ich sage ja: Das Thema wird sehr schnell aufgeblasen im Sinne einer Grundsatzdiskussion. Ein Plagiat mag genauso ein Kapitalverbrechen sein wie Diebstahl. Dennoch sollte man die Relationen nicht vergessen: Warum sollte man jemanden, der als Interims-Wirtschaftsminister nachweislich einen guten Job gemacht hat und auch als Verteidigungsminister nicht ganz fehlbesetzt scheint, absägen, weil er in seiner Dissertation, die wenig bis gar nichts mit seiner aktuellen Tätigkeit zu tun hat, einige Passagen nicht als Zitat kenntlich gemacht hat? Die Afghanistan-Rhetorik (meinetwegen auch Polemik) finde ich in diesem Fall übrigens angemessen. Jetzt verliert er seinen Doktor, und gut ist es. Alles, was darum herum geschieht, ist reine Politik. Guttenberg ist bei weitem nicht der erste Politiker, der sich Verfehlungen vorwerfen lassen muss. Aber gerade bei ihm drängt sich der Verdacht auf, dass gewisse Lager nur auf einen solchen Moment gewartet haben.

Latent überheblich und antiintellektuell ist in dieser Diskussion übrigens nichts. Höchstens realistisch. Wenn wir mal ehrlich sind: Ich habe zumindest meinen Magister gemacht und musste dazu auch das wissenschaftliche Arbeiten erlernen. Und es gibt meiner Ansicht nach kein Handwerk, das im beruflichen Alltag überflüssiger und ausschließlich mehr mit sich selbst beschäftigt ist, als das "wissenschaftliche Arbeiten". Es ist richtig, das Quellen kenntlich gemacht werden müssen. Aber sowohl logischer Aufbau wie sprachlicher Duktus einer wissenschaftlichen Arbeit sind so weit vom wirklichen Leben weg, wie es nur geht. Manche Professoren machen einen regelrechten Fetisch daraus. Und Absolventen dürfen sich überwiegend erst mal erheblich umgewöhnen, wenn sie ins Berufsleben einsteigen.

Die Diskussion ist absolut überflüssig, und in zwei Wochen wird eh eine andere Sau durchs Dorf getrieben...