Komplettes Thema anzeigen 14.02.2011, 11:05
Dark Hunter Abwesend
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Wohnort: Im Wilden Osten.


Betreff: Re: Der letzte Film
Zitat von Aldridge:

Aus aktuellem Anlass:

Tron - Nachdem ich letztens sehr begeistert aus dem neuen Film gekommen bin, konnte ich nicht widerstehen und musste nun die DVD des ersten Teils in den Player legen. Das Ergebnis: Der Film ist faszinierend und ernüchternd zugleich. Ernüchternd, weil der Zahn der Zeit kräftig an Optik und Sound genagt hat. Die Inszenierung ist sperrig, das Drehbuch sprunghaft, die Musik von Wendy Carlos bestenfalls zeitgemäß. Faszinierend bleibt der Film dennoch, denn die technische Umsetzung ist selbst nach knapp 30 Jahren einzigartig und erzeugt eine hübsch fremdartige Atmosphäre in der Welt der Bits und Bytes. Außerdem bietet der Film eine interessante Besetzung mit Bruce Boxleitner, Peter Jurasik (Londo Molari aus "Babylon 5") und Dan Shor (Billy the Kid aus dem ersten "Bill und Ted"). Insgesamt ist "Tron" sicherlich eine technische Pionierleistung, aber als Film wird er - gerade im Zusammenhang mit dem zweiten Teil - etwas undifferenziert betrachtet.

Ging mir gestern genauso. Letzte Woche war ich in Tron Legacy und fand das "längste Daft Punk Video" ausgesprochen gut. Stimmige Optik, absolut passender Soundtrack und flott erzählte und unterhaltsame Story. Tolle Effekte und schniecke DarstellerInnen (Beau Garrett macht ihrem Namen hier alle Ehre Erstaunter Smiley )
Kritikpunkt ist lediglich der neumodische Schnickschnack: Auf 3D hätte ich gern verzichtet, es wirkte manchmal doch unscharf, gerade die Bildränder. So viel mehr gibt es m. E. einfach nicht dazu. Ein scharfes Bild mit buntem Neonorchester tut es da auch.

Dann hab ich mir also gestern noch einmal das alte "Meisterstück" besorgt und eingelegt. Das er gegenüber einem heutigen Film optisch und sicher auch soundtechnisch hinterher hinkt ist verzeih-, weil erwartbar für jene Tage. Die viel gelobte Musik des alten Tron hatte ich aus Kindertagen auch besser in Erinnerung und nach dem jüngsten Ansehen fand ich sie doch öder und nicht ganz so innovativ, wie immer gepriesen. Man hätte damals durchaus mehr wagen können. Selbst Pink Floyd experimentierten da in den Anfangstagen von Synthesizern der 1970er mehr herum. Ich muss auch sagen, dass sich die Story tlw. etwas holprig präsentiert und die Schauspieler zu hölzern in dem Umfeld wirken. Ob das an damals mangelnder Erfahrung seitens der Darsteller mit zu viel Bluescreens lag, bleibt offen. Verblüfft bin ich dennoch, wie wenig im alten Tron, einem "Computermeilenstein" des Films, eigentlich aus dem Computer stammt. Handwerkliches Geschick im Kameraumgang und der Schneidtechnik sind hier wirklich lobenswert.
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, das letzte Mal am 14.02.2011, 11:09 von Dark Hunter.