Betreff: Re: SCHIMMEL - was nun?
Zitat von SanDee McGeek:ich hatte auch schon einiges an schimmel, hab gelernt das vermieter auf sowas allergisch reagieren, ist grds immer dem mieter seine schuld!
möbel mindestens 5cm von den aussenwänden abrücken, immer gut lüften und wenns geht oft kontrollieren.
mehr kann ich als normalsterbliche nciht tun.
Wobei man klar sagen kann, daß Schimmel an Kältebrücken, wo dann die Wand z.B. nur noch unter 10° C hat, ziemlich eindeutig einen bautechnischen Mangel darstellt (vorausgesetzt, es wurde nicht die Temperatur der Wand durch z.B. falsches Lüften - Fenster auf Dauerkipp - künstlich herabgesetzt). Gerade in den letzten Jahren hörte ich schon mehrfach davon, daß die Rechtsprechung wieder davon abkehrt, grundsätzlich dem Mieter die Schuld zu geben. Es kann z.B. einem Mieter nicht zugemutet werden, alle 2 Stunden die Fenster aufzureißen (wann soll der denn schlafen?). Bei (Niedrigenergie-)Neubauten ist es beispielsweise - afaik - ein handwerklicher Fehler, keine Lüftungsanlage die für eine kontrollierte Belüftung sorgt vorzusehen. Ähnliches gilt bei heutig durchgeführten Sanierungen.
Da Sanierungskosten sehr hoch sein können, sollte man, wenn es vor Gericht gehen sollte, Messergebnisse eines Sachverständigen vorliegen haben. Mit kostengünstigen (nicht amtlich kalibrierten oder gar geeichten) Meßgeräten selbst erfasste Daten interessieren die Gerichte nämlich nicht.
Aus diesem Grund (und weil Schimmel halt einfach eklig ist) kann ich auch nur empfehlen, vorzubeugen und so gut es geht dafür zu sorgen, daß es gar nicht erst dazu kommt - Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur kontrollieren und zumindest einmal während der Frostperiode schauen wo die kalten Stellen sind (am Besten vor dem Aufstellen der Möbel).
Ich hatte zum Glück bislang nur mal leichten Schimmel am Fensterrand - Ursache war, daß sich dort vor dem Winter Staub abgesetzt hatte und ab -5 Grad Aussentemperatur, 21° Raumtemperatur und 50% Luftfeuchte im Raum an der dann nur noch 10 Grad kalten Scheibe die
Feuchtigkeit niederschlug...
Seit ich die Zusammenhänge kenne und die Luftfeuchte messe, weiß ich, wie ich es verhindere...
Mit dem IR-Thermometer habe ich diesen Winter dann auch gleich eine Ecke entdeckt, die auch auf knapp 10°C abkühlt. Zum Glück ist da bisher nichts passiert - liegt vielleicht auch daran, daß die Bewohnerin der Wohnung die sich an der angrenzende Wand dieser Ecke befindet, nie da ist und deswegen nicht vernünftig heizt. Da wird dann über die Mauer auf dem Balkon zu viel Wärme nach aussen abgeleitet... Es ist schon erstaunlich, wie einfach es sich viele Architekten bezüglich der Kältebrücken machen. *hmpf*