Komplettes Thema anzeigen 07.02.2011, 11:45
IndyfanBO Abwesend
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Betreff: Re: SCHIMMEL - was nun?
Ich als ausgebildeter Schimmel-Experte kann Dir sagen dass das Erste was man normalerweise tut die Standart prozedur ist: Tapete (falls vorhanden) runternehmen, den Untergrund gut säubern und von allen ersichtlichen Schimmelsporen befreien (Drahtbürste, Schwamm, etc.). Danach wird ein Mittel zur Pilzabtötung und Vorbeugung zur neuen Pilzbildung aufgetragen (unter seinesgleichen auch Anti-Pilz genannt). Dieses lässt man gut einziehen bzw. auftrockenen. Danach wird ein Absperrlack aufgetragen (Es gibt spezielle Absperrlacke, wenn man nicht soviel ausgeben will, kann man auch Allprimer Lack (oder kurz: Primer) nehmen...

Wenn diese getrocknet ist, ist die Standartprozedur abgeschlossen, und es lässen sich wieder Tapete/sonstige Wandbeläge aufbringen.

Das ist das erste was man tun kann.

Sollte das Problem weiterhin bestehen, sollte man erstmal dem Vermieter bescheidsagen (falls vorhanden), normalerweise müsste diese auch Schritte einleiten, da es zu seinen Pflichten gehört. Wenn es sich um große Wohnungsgesellschaften handelt, schicken die meist einen Gutachter. Am besten stellt man ein Feuchtigkeitsmesser in unmittelbarer Nähe auf, man kann auch alternativ dazu ein Gerät aufstellen, was das Kondenswasser sammelt, übermässig viel Wasser ist dabei schon bedenklich. Manches Mal machen das aber auch später die Firmen die eventuell beauftragt werden.

Wichtig sind natürlich die Fragen ob der Schaden nicht selber verursacht wurde, oder ob es nicht andere Ursachen gibt (leckende Wsserleitung in der Wand, nicht richtig gelüftet); wenn man dies alles ausschließen kann kann man zu der Frage übergehen woher die Feuchtigkeit sonst kommen kann. Besteht in der WDV (Wärme-Dämm-Verbundssystem [falls vorhanden] eine Kältebrücke, zieht die Feuchtigkeit vielleicht durch den nicht 100%ig trocken gelegten Keller rauf (falls man im EG oder 1. Etage wohnt), undichte Fenster können sich auch auswirken...

Meistens MUSS hier schon ein Fachmann ran, der mit einem Gerät Temperaturabfall in den Wänden sucht oder Ähnliches. Hat man einmal die Ursache gefunden,kann man dann weitere Schritte in Erwägung ziehen, meistens muss aber eine firma hinzugezogen werden, wenn man selber keine Ahnung von sowas hat, erst recht wenn das Problem in der Fassade liegt...

Trocknet der Schimmer überhaupt nicht ab (Wand ist feucht, vielleicht gerade an kälteren Tagen) dann unbedingt sofort jemanden kontaktieren.

Bei uns wars damals ein Stahträger hinter Wand, an dem sich das Kondenswasser gesammelt hat und dann runtergelaufen ist, weil die Wand warm war, der Träger aber kalt. Da konnten wir nicht viel machen, sondern eine Firma musste ein Wärmedämmsystem auf die aussenwand aufbringen, bei nicht-rechtzeitigen Entdecken hätte das natürlich auch zu Schimmel führen können...

Hoffe ich konnte ein wenig weiterhelfen...