Betreff: Re: Der letzte Film
Zitat von Aldridge:Leute, reitet bitte nicht auf dem Begriff undankbar herum. Ihr wisst schon, warum ich das in Anführungsstriche gesetzt habe. Dennoch bleibe ich dabei: Die exponierte Art, in der dieser deutsche Soldat präsentiert wird, ist schon recht undankbar. Einerseits hatte er natürlich keine andere Wahl als wieder in seiner Truppe mitzulaufen. Andererseits hätte er am Ende schon die Option gehabt, nicht abzudrücken und die Soldaten laufen zu lassen. Was bei der Diskussion vergessen wird, ist wie diese Nebenhandlung im breiten Publikum aufgenommen wird.
Ich glaube auch, wir sollten die Diskussion ruhen lassen, da wir nicht zusammen kommen. Für mich ist der Gedanke an die Option, dass er mitten in den Kampfhandlungen nicht hätte abdrücken können, völlig absurd. Auch ist mir schnurz, wie ein breites Publikum die Szene möglicherweise rezipiert hat. Erstens, habe ich dazu keine Umfrage durchgeführt und zweitens halte ich mich bei der Bewertung eines Kunstwerks an das Werk selbst und nicht an dessen Rezeption durch dritte. Es gibt genügend Leute, die z.B. nach "Fight Club", die Figur des Tyler Durden supercool fanden, obwohl dies genau das Gegenteil von dem war, was Regisseur Fincher offensichtlich vermitteln wollte. Jeder bringt seine eigene Perspektive in die Rezeption eines Kunstwerks ein; und die ist, wie du selbst angemerkt hast, nicht immer im Sinne des Erfinders.
Am besten wir führen den Thread fort, indem ein neuer "letzter Film" präsentiert wird.
The trick, William Potter, is not minding that it hurts!