Komplettes Thema anzeigen 06.12.2010, 15:37
Aldridge Abwesend
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Betreff: Re: Der letzte Film
Ich wollte auf den deutschen Soldaten hinaus, der zunächst von den Protagonisten verschont wird und später beim finalen Kampf wieder auftaucht und ein Mitglied der Protagonistentruppe umbringt. Diese Nebenhandlung wird schon sehr exponiert dargestellt, außerdem wird dieser Deutsche nicht eben "sympathisch" dargestellt. Als Zuschauer, vor allem als nicht-deutscher Zuschauer, ist man aufgrund dieser Inszenierung schon recht schnell dabei, ihn als Teil eines Ganzen zu verstehen.

Im Kontrast dazu sind die Amerikaner gerade zu Beginn des Films auch nicht sehr zimperlich, dort ergeben sich ihre Taten aber direkt aus der "Dynamik" der Kriegshandlungen. "Band of Brothers" dagegen hat diese Schwäche nicht. Dort werden die Grausamkeiten der Amerikaner viel deutlicher dargestellt und auch breiter thematisiert. Und gerade in den letzten Folgen bekommen die deutschen Soldaten ein durchaus diffenzierteres Image (auch wenn ausgerechnet die deutsche Synchro da einiges kaputt macht).

Young Indy hat in den Sommes- und Verdun-Folgen sehr viel Handkamera und subjektive Sicht eingesetzt. Die Serie ist - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - sehr versucht, den Zuschauer mitten in das Geschehen hinein zu versetzen. Die Wackelkamera, verrissene Aufnahmen, schnelle Schwenks, der Blick über den Gewehrlauf, der ungefilterte Blick auf Tote und Verletzte - das alles tauchte später auch bei Private Ryan wieder auf und wurde dort hoch gelobt.