Betreff: Re: Der Anzug-Thread
Zitat von Aldridge:Entindividualisierung ist ein bisschen hart. In einzelnen Bereichen wird halt eine gepflegte Kleidung vorausgesetzt. Das ist der Anzug. Gleichzeitig zeugt er von einem gewissen Respekt dem Kunden oder Geschäftspartner gegenüber. Da kann man aber immer noch genug persönliche Akzente setzen, ohne gleich "assimiliert" zu werden bzw. sich willfährig assimilieren zu lassen.
Der Anzug zeugt nur insofern von einem gewissen Respekt, als das man damit die Erwartungshaltung des Geschäftspartners befriedigt (Fremdbestimmtheit). Das gleiche ist es, wenn gepflegte Kleidung, also der Anzug "vorausgesetzt" wird.
Interessant ist hier in vielen Umfeldern, einmal einen Blick auf die Kleidungsgepflogenheiten der Frauen zu werfen - wo die Männer mit Anzug herumrennen, finden sich nicht selten Frauen die so ziemllich jeden modisch möglichen Fehlgriff machen... und keiner beklagt sich. Da tritt mir in der Bank eine Filialleiterin mit Strickpulli und Holzperlenkette gegenüber oder eine andere rennt mal einen Tag lang in ihren Reitstiefeln herum. Kein Vergleich zur Männerwelt.
Andersherum weiß ich von (ziemlich großen, in der Fortune 500 gelisteten) Unternehmen, in denen in bestimmten Bereichen sehr deutlich zu sehen ist, an welchen Tagen eine Führungskraft mal Kundenkontakt hat, an den anderen wird auch schonmal Birkenstock getragen.
Ebenso interessant finde ich die Beobachtung, daß die "Anzugspflicht" vielfach umso ausgeprägter wird, je weiter sich ein Unternehmen vom produzierenden Gewerbe weg entfernt.
Aber das mal nur am Rande, sonst werde ich noch wegen ot in einer pyramide verbuddelt. *g