Betreff: Re: Der letzte Film
Mit zwei Jahren Verspätung nun auch gesehen:
Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia: Oberflächlich schöner Fantasy-Film mit guten Darstellern (allen voran die unverbrauchten Darsteller der Bösewichte), toller Ausstattung und netten Effekten (nicht ganz so gut wie in Teil 1). Episch, natürlich auch mit reichlich Pathos, handwerlich gut umgesetzt (wenn auch mit vielen optischen Anleihen beim "Herrn der Ringe"), vor allem in der ersten Hälfte hübsch märchenhaft und in den Schlachten mit angemessener Härte, um nicht ganz so verharmlosend wie der Vorgänger zu wirken.
Aaaaaaaber:
Unter der Fantasy-Oberfläche reichlich zwiespältig und fragwürdig. Man schaut den Film und hat die ganze Zeit das Gefühl, dass da was nicht stimmt. Zunächst mal ist die Motivation der Hauptfiguren fragwürdig: Die Kids stolzieren als rechtmäßig durch "Gott" eingesetzte Könige durch Narnia. Völlig unreflektiert machen sie gleich von Anfang an die Feinde nieder, ohne groß darüber nachzudenken. Und alle Fabelwesen folgen den "Adamssöhnen" und "Adamstöchtern" willfährig in die Schlacht. Insgesamt transportiert der Film die christliche Botschaft (oder sollte man sagen: Mission) stärker und offensichtlicher als erste Teil. Das wird besonders deutlich an der Figur der kleinen Schwester, die zunächst als einzige an Aslan (aka "Gott") glaubt. Sehr direkt wird da die Szene, in der sie Aslan sinngemäß fragt, ob weniger Menschen / Wesen hätten sterben müssen, wenn gleich alle an ihn geglaubt hätten. Das Ganze gipfelt dann in der finalen Szene am Fluss, in der die Gotterscheinung alle Feinde hinweg spült.
Ich bin mal gespannt, wie sehr der dritte Teil die frohe Botschaft verkünden wird, der dieses Jahr noch ins Kino kommen soll. Da weiterhin Walden Media produziert, ist ein bisschen mehr Selbstreflektion beim Ganzen wohl unwahrscheinlich.
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mal editiert, das letzte Mal am 18.08.2010, 09:29 von Aldridge.