Betreff: Re: Club der Milliardäre
Meine Güte, da spendet ein Haufen Milliardäre die Hälfte ihres Vermögens, sammelt die immense Summe von 150 Mrd. Dollar, und dann findet immer noch jemand ein Haar in der Suppe. DAS ist typisch deutsch. Genauso wie die Spekulationen in der "Welt", dass die Herren damit nur die Erbschafts- oder Vermögenssteuern umgehen wollten. Lächerlich!
Fakt ist doch, dass eine ganze Reihe an vermögenden Menschen nicht bei der Aktion mitmachen wollte. Diese werden zwar nicht namentlich genannt, ich finde es dennoch gut, dass die Initiatoren der Aktion davon erzählen. Wo sollen sie das sonst tun als in der Öffentlichkeit? Wenn dadurch noch ein paar Geldsäcke unter Druck gesetzt werden, umso besser. Beispiel Hollywood-Prominenz: Ein Spielberg oder Cameron oder Bruckheimer oder Eisner muss sich dann nämlich tatsächlich fragen lassen, warum er da nicht mitmacht.
Fakt ist auch, dass man nicht einfach die Hälfte seines im ganzen Leben geschaffenen Vermögens "wegschmeißt", um kurzzeitig Publicity zu bekommen. Die Berichterstattung über diese Sache wird nun eine punktuelle Sache sein, dann vergessen die Medien den Club der Milliardäre wieder, bis mit dem Geld vielleicht wirklich die ersten Projekte umgesetzt werden. Wenn es den Beteiligten nur auf Publicity ankäme, dann hätten sie sich einen Medienberater ins Haus geholt, der weitaus billiger gewesen wäre, oder hätten die Medien direkt zum Interview gebeten. Die kommen bei bekannten Namen wie Bill Gates oder George Lucas nämlich auch und räumen eine Zeitungsseite oder fünf Minuten Sendezeit frei, ohne dass solch eine Aktion dahinter steht.
Börsenlegende George Soros unterstützt seit Jahren - wohlgemerkt öffentlich - rund zwei Dutzend gemeinnützige Stiftungen und gilt seitdem als Wohltäter. Das wirft ihm auch keiner vor. Die Aktionen der Bertelsmann-Stiftung sind Liz Mohn auch nie vorgeworfen worden. Warum auch?
Um das mal konsequent weiterzudenken: Viele von uns verdienen mehr, als sie zum Leben brauchen. Wir raffen Uhrensammlungen zusammen, kaufen uns die x-te Lederjacke, stecken die Kohle ins Hobby Auto oder verprassen sie im Urlaub. Aber wären wir bereit, einen großen Teil unserer Vermögen (es muss ja nicht die Hälfte sein) für einen guten Zweck zu spenden (ohne Spendenquittung fürs Finanzamt)?
Wäre übrigens schön, wenn mal jemand den Threadtitel anpassen könnte...